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15.11.2005 Bangkok, Bangkok, Thailand, Asien
Thema: Asienreise
Wat Pho in Bangkok

Der liegende Buddha im Wat Pho in Bangkok.

erstellt am 15.11.2005
Status: zur Prüfung vorgesehen Autor: Evelyn Hauck und Stefan Saam
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11.10.2005 Kambodscha, Asien
Thema: Asienreise
Rueckblick Kambodscha
Kambodscha war in vielerlei Hinsicht ein sehr beeindruckendes aber auch forderndes Reiseland. Wir wissen, daß manches von dem, was wir zu schreiben haben, keine einfache Kost ist, aber Kambodscha ist ohne diesen Teil nicht ernsthaft zu beschreiben. Vielleicht bekommt das alles am ehesten eine Struktur, wenn wir mehr oder weniger chronologisch erzählen. Auch wenn wir nur von einem Land berichten, ist es uns leider wieder nicht gelungen, uns kurz zu fassen - wir hoffen, das wird entschuldigt. :-)

Ende August kamen wir mit einem kleinen Motorboot von Vietnam aus in der Hauptstadt Kambodschas, Phnom Penh, an. Diese Stadt erlebte noch vor wenigen Jahren blutige bewaffnete Auseinandersetzungen zwischen politischen Parteien dieser fragilen Demokratie. Um so mehr waren wir davon überrascht, eine relativ moderne und geordnete Großstadt mit nicht maximal chaotischen Verkehrsverhältnissen anzutreffen.
Durch die massive langjährige Präsenz der UN und zahlloser NGOs mit ihren ausländischen Mitarbeiten, waren hier wahre Einkaufspaläste entstanden, die nun auf deren Nachfrage zugeschnitten sind. Wir genossen hier unser erstes Baguette mit richtig gutem Wurstaufschnitt seit Ende Februar – wirklich eine Gaumenfreude!
Viele der Straßen waren geteert und auf diesen rollten jede MengeLuxuskarossen mit teils sehr jungen und schicken Besitzern. Es trifft wohl nur sehr wenige ungerechtfertigt, wenn man davon ausgeht, daß das Geld hierfür in diesem fast industriefreien Land wohl meist aus dem Drogenhandel, der Prostitution (sehr oft Kinder!) oder der Korruption stammt. Die Gegensätze könnten kaum deutlicher sein, wenn zwischen diesem zur Schau gestellten Reichtum Kinder nach Wertstoffen im Müll suchten.
Solche Kontraste boten sich auf allen Ebenen. Neben dem prachtvollen Palast, der wunderschönen Silberpagoda oder dem friedvollen Nationalmuseum, wartet die Stadt auch mit ihrem Erbe aus der Zeit der Khmer Rouge auf und das ist erschütternd. Ohne jetzt mit grauenvollen Einzelheiten belasten zu wollen,möchte ich nur auf ein paar Eckpunkte dieses von 1975 bis 1979 bestehnden Terrorregimes unter Pol Pot eingehen.
Man gab vor, den Kommunismus nach chinesischem Vorbild besonders schnell umsetzen zu wollen. Man löste den Familienverband auf, das Land wurde zu einem einzigen Arbeitslager, man folterte und ermordete - aus Angst vor einer Opposition - jeden, der auch nur im Verdacht stand, gebildet oder intelligent zu sein, oft ganze Familien. Das Tragen einer Brille konnte bereits ein Todesurteil bedeuten und als diese Mörder 1979 von den Vietnamesen in die Wälder vertrieben wurden, hatten sie 30% der eigenen Bevölkerung auf dem Gewissen und fast alle Träger von Bildung und Kultur waren tot. Auf einer Gedenktafel wurden die Khmer Rouge als noch grausamer als die Nazis bezeichnet – beides übersteigt unsere Vorstellungskraft und liegt für uns jenseits allesVergleichbaren.

Nach all diesen intensiven Erfahrungen in Phnom Penh, wollten wir nun das ländliche Kambodscha erkunden und fuhren mit einem Minibus ins etwas östlich gelegene Kratie, wo es außerdem auch noch Süßwasserdelphine zu sehen gab. Im Bus dorthin lernten wir einen jungen Arzt, Dr. Baramey, kennen. Er war auf dem Weg zu seinem im äußersten Nordosten gelegenen Krankenhaus. Als wir das erfahren hatten, waren wir beide natürlich Feuer und Flamme und wir quetschten unseren Mitreisenden über häufige Krankheitsbilder, Diagnosen und Therapiemöglichkeiten bis hin zur Finanzierung über so ziemlich alles aus, was das Krankenhaus betraf. Wir freuten uns sehr, als er uns einlud, ihn in seinem Krankenhaus zu besuchen. Nach einem Tag Aufenthalt in Kratie folgten wir also unserem Dr. Baramey nach Ban Lung.

Wir fanden einen Pickup, auf dessen kleiner Ladefläche wir mit 24 weiteren Reisenden verstaut wurden. So lernten wir dann auch die wahren Straßen Kambodschas kennen. Unsere Staubpiste war eine einzige Ansammlung gewaltiger Schlaglöcher, viele größer als ein PKW. An einigen Stellen waren diese dann auch noch mit Schlamm gefüllt, was der Sache den letzten Schliff gab. Auch unser Pickup blieb natürlich im Schlamm steckenden. Solche Situationen sollten wir noch einige erleben, ehe wir am späten Abend ankamen.
Wir dachten uns, unangekündigt am besten um die Mittagszeit im Krankenhaus zu erscheinen, dann hätte man vielleicht am ehesten Zeit für uns. Das war ein Trugschluß, denn nun erfuhren wir, daß die Ärzte von 11:30 bis 14:00 Uhr Mittagspause hätten - und zwar daheim! (nicht schlecht) Als Dr. Baramey dann zurückkam, freute er sich sehr, uns zu sehen und er führte uns zunächst in sein Arbeitszimmer. Er erzählte uns viel über seine Aufgaben und die wichtigsten Probleme vor Ort. U.a. klagte er, zu wenig Geld zur Verfügung zu haben, um die Patienten ausreichend ernähren zukönnen. Andererseits berichtete er von einer deutschen Organisation, die derzeit Fernsehgeräte in Patientenzimmern installiere. Wir staunten auch nicht schlecht, hier auch vier momentan ungenutzte Computerarbeitsplätze zu finden - auch diese wohl das Ergebnis kurzfistig agierender und übereifriger NGOs. Dieses Geld hätten die Mitarbeiter hier in eigener Regie sicherlich besser angelegt.
Schließlich wurden wir im ganzen Krankenhaus herumgeführt und dabei, zu unserer Überraschung, von der ganzen Krankenhausprominenz in aller Ruhe begleitet. Man zeigte uns zuerst die Notaufnahme, in der außer ein paar planken Pritschen, einem Glasschrank mit wenigen Medikamenten und zwei großen Sauerstoffflaschen keine großartige Ausrüstung zu finden war. Zwei sehr junge Mütter waren gerade bemüht, ihren an einer Lungenentzündung leidenden Säuglingen Sauerstoffmasken vor das Gesicht zu halten. Der jüngere der beiden Patienten war gräulich und schweißgebadet - in Europa läge er sicher schon längst auf der Intensivstation, hier gab es soetwas aber eben nicht.
Danach zeigte man uns einen weiteren, spartanisch eingerichteten Raum, in dem chirurgische Notfälle versorgt würden und man führte uns hinüber zum Operationssaal. Hier konnten wir leider nur in einen Vorraum hineinschauen,der restliche Bereich war bereits gereinigt und verschlossen. Somit konnten wir nur ein paar große "Schnellkochtöpfe" zum Sterilisieren der Instrumente sehen. Die Einrichtungen in den Patientenzimmern, die wir gesehen hatten, bestanden nur aus drei bis vier Pritschenbetten und manchmal Mosquitonetzen, sonst gab es nichts. Der Besuch saß in der Regel vor den Zimmern auf einer kleinen Veranda und wenige Meter weiter köchelten Frauen einfache Gerichte auf kleinen Feuerstellen für ihre kranken Verwandten. Wir hätten gerne Bilder gemacht, doch die Menschen waren hier leider sehr scheu und lehnten das Fotografieren ab.
Wir sahen u.a. einen Malaria-Patienten, der uns von Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen und großer Müdigkeit berichtete. Für uns war es sehr interessant zu erfahren, daß diese noch fitten Patienten lediglich drei Tage stationär behandelt und dann in ihrem Dorf ambulant weiter betreut würden. Erschreckende 20% der eingelieferten Malaria-Patienten sterben hier jedoch an dieser Krankheit - meist weil sie erst bei Symptomen des zentralen Nervensystems, oft bereits bewustlos, eingeliefert werden.
Ein zentrales Problem ist wohl, daß diese Krankheit von vielen Angehörigen der Ureinwohner auf böse Geister, nicht aber auf eine durch Mosquitos übertragene Infektionskrankheit zurückgeführt wird. Es werden zwar kostenlos Bettnetze an die Bevölkerung verteilt, doch diese werden meist als Fischernetze missbraucht. Spannend war auch zu hören, daß einige psychiatrische Krankheitsbilder recht häufig seien. An erster Stelle stand hier das Posttraumatische Belastungssyndrom (meist noch bedingt durch das Terrorregime der Khmer Rouge), gefolgt von alkoholinduzierten Psychosen. Die komplette Patientendokumentation findet übrigens auf französich statt, da dies nunmal die Sprache ist, in der man in Kambodscha Medizin studiert.
Sehr positiv angetan waren wir von einer AIDS-Beratungsstelle. Das Krankenhauslabor war in der Lage, ausgewählte hämatologische Werte und einige Parameter der klinischen Chemie selbst zu ermitteln. Wegen einer Schilddrüsenhormonbestimmung zum Beispiel, müssen Patienten dennoch nach Phnom Penh reisen!
Nach dieser Visite sahen wir dann noch das neu eingerichtete Telemedizinbüro mit einem Computer, einem Scanner und einer Digitalkamera sowie seltsamen Funkgeräten, mit denen man wichtige Patientendaten digital von abgelegenen Dörfern ins Krankhaus senden kann. Somit ist es möglich, schnelle Beratung für diese Dörfer zu leisten. Andererseits kann man per e-Mail aber auch kompliziertere Fälle mit Phnom Penh besprechen. Mit Dr. Baramey und einigen anderen aus der Krankenhausleitung tauschten wir Mailadressen aus und wir werden sicher in Kontakt bleiben.

So spektakulär unsere Reise in den wilden Osten Kambodschas auch war, so beeindruckend ging es danach auch wieder zurück nach Phnom Penh. Unser kleiner Personenwagen war mit acht Erwachsenen und zwei Kleinkindern nach europäischen Maßstäben hoffnungslos überladen und für lokale Verhältnisse einfach nur ausgebucht. Es wäre ja auch eine Verschwendung gewesen, den Fahrersitz nur einfach zu besetzen. Unser Taxi versank zuverlässig mehrmals bis zum Bodenblech im Matsch und hing dann natürlich erstmal fest. Die Befreiungsaktionen verpassten dann Mensch und Material ein pflegendes Schlammbad.

Zurück in Phnom Penh, wieder auf geteerten Straßen, gönnten wir uns ein paar Tage Erholung, bevor es dann weiter nach Siem Reap gehen sollte. Dort erwartete uns der kulturelle Höhepunkt des Landes und sicher auch einer unserer Reise. Vor mehr als 1.000 Jahren breitete sich von hier das sehr mächtige Khmer-Reich über große Teile Südostasiens aus. Zu seiner Blütezeit entstanden hier, um seine Hauptstadt herum, dutzende Prachtbauten und über tausend kleinere Tempel. Das heute als Angkor bekannte Gelände umfasst ein ca. 200 Quatratkilometer großes Areal. Die über Jahrhunderte fast in Vergessenheit geratenen Tempel und Paläste befinden sich inmitten eines wunderschönen Urwaldes, der zwischenzeitlich vieles überwuchert und leider auch zerstört hat. Hier nahmen wir uns mehrere Tage Zeit und genossen die Freiheit, in den Ruinen dieser vergangenen Welt herumklettern zu dürfen.
Es ist schon fantastisch zu sehen, wie 216 metergroße Gesichter die Struktur des Bayon-Tempels bilden, baumstammdicke Wurzeln von Urwaldgiganten sich durch tausend Jahre altes Gemäuer bohren und filigrane Steinmetzarbeiten vergangene Alltagsszenen und Göttergeschichten erzählen.
Leider begegneten wir auch an einem so schönen Ort wie hier wieder dem Thema Krieg. Das Angkor-Gelände war vor wenigen Jahren noch ein heiß umkämpftes Gebiet und gilt noch heute stellenweise als schwer vermint. So durften hier außerhalb der Ruinen nur ausgeschilderte Wege begangen werden und in einem Landminenmuseum vor Ort konnten wir uns nocheinmal ausführlich mit diesem Thema auseinandersetzen. Leider werden Antipersonenminen noch heute produziert und eingesetzt. Besondes abscheulich fanden wir es dabei erfahren zu müssen, daß diese auch heute noch meist metallfrei aufgebaut und daher nur extrem schwer aufzufinden sind. Diese Kunststoffkapseln können bei starkem Regen sogar weggespühlt werden und während ihrer zu erwartenden Funktionsdauer, fünfzig bis hundert Jahre, lange nach einem Kiegsende, Menschen verstümmeln.

Nun möchten wir abschließend noch etwas auf das politische und wirtschaftliche Umfeld eingehen. Kambodscha nennt sich demokratisch und die letzten Wahlkämpfe hatten wohl eine deutliche Tendenz, unblutiger zu werden.Dennoch kann ein politisches Bekenntnis durchaus einen Bombenanschlag zur Folge haben, weshalb auch kaum jemand bereit ist, über Parteien und Politik zu diskutieren.
Die größte Bürde des Landes ist aber mit absoluter Sicherheit die Korruption. In diesem Land funktioniert nichts ohne Schmiergelder, kein Examen und kein Arbeitsvertrag. Aber dieses System setzt viel weiter unten an und es ist einfach normal, sich im Alltag Vorteile zu kaufen – oder im anderen Falle ohne diese Gelder Rechte zu verweigern. Von zwei spektakulären Beispielen möchten wir erzählen. Im Nordosten hat eine Firma für 70 Jahre das Kautschukmonopol erhalten. Selbst wer dort eigene Bäume hat, muß das Harz an diese Firma zu deren Konditionen verkaufen, sonst drohen hohe Strafen. Die gezahlten Preise dort liegen bei einen Viertel des Wertes, den man in angrenzenden Gebieten erzielen würde - eine Katastrophe für die Menschen.
Ein anderes Beispiel sind große Parteischilder, die vor vielen Häusern zu finden sind. Das, so wurde uns erklärt, ist eine Form Dankeschön zu sagen,für einen Vorteil, den einem diese Partei verschafft hat, etwa die Stelle als Polizist (wiederum wegen der Schmiergelder sehr lukrativ).

Die internationale Präsenz in Form der UN und vieler NGOs hat sicherlich eine wichtige Rolle im Prozess der Stabilisierung und der Demokratisierung des Landes gespielt. Manchmal hat man aber das Gefühl, daß hier zu viel des Guten zu unüberlegt ausgeschüttet wurde. Über die vielen NGOs wird mit einer Selbstverständlichkeit gesprochen, wie bei uns daheim über Geldautomaten und die vielen internationalen Mitarbeiter scheinen mit ihrem Lebensstil den einfachen Leuten in erster Linie die Unzufriedenheit gelehrt zu haben.
Bleibt zu hoffen, daß sich die Demokratie in Kambodscha weiter verfestigt, das Land den Korruptionssumpf trocken legen kann und es schafft, eigene Kräfte zu entwickeln um aus der Abhängigkeit von internationaler Hilfe herauszuwachsen.
Dieses Land befindetsich noch immer in einem Schockzustand nach der Khmer Rouge, unter deren Regime jede positive Abweichung vom Durchschnitt lebensbedrohlich war. Erst zaghaft formiert sich wieder eine Bildungsschicht und auch die Klöster haben wieder Zulauf. Man hat oft noch das Gefühl, daß viele Menschen Schutz in der eigenen Einfachheit und Unauffälligkeit suchen. Fast nur bei den Jüngeren findet man den Mut, gute Ideen zu entwickeln und auch umzusetzen, aber dasgibt ja Grund zur Hoffnung.

erstellt am 11.10.2005
Status: freigegeben Autor: Evelyn Hauck und Stefan Saam
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08.10.2005 Luang Prabang, Luang Prabang, Laos, Asien
Thema: Asienreise
Auf dem Palastgelaende

Im Abendlicht wirken die goldenen Fassaden besonders gut.

erstellt am 08.10.2005
Status: freigegeben Autor: Evelyn Hauck und Stefan Saam
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08.10.2005 Luang Prabang, Luang Prabang, Laos, Asien
Thema: Asienreise
Moench schlaegt die Gebetsglocke

Das Schlagen der Glocke hat einen bittenden Charakter.

erstellt am 08.10.2005
Status: freigegeben Autor: Evelyn Hauck und Stefan Saam
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